“The world is a dangerous place to live in; not because of the people who are evil, but because of the people who don’t do anything about it.”
(Albert Einstein – refugee from Nazi Germany)

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Tuesday, April 10, 2012

“Gottloser Kosmos”: Orbáns Oster-Interview mit katholischem Wochenblatt



Pusztaranger, 9. April 2012(1)


In einem aktuellen Oster-Interview mit dem katholischen Wochenblatt “Új Ember”(2) (Neuer Mensch) machte Viktor Orbán unter anderem die Aufklärung rückgängig.

Die wichtigsten Passagen des Interviews in Kürze, alles Zitate, Volltext unten:
  • “Entweder Europa wird christlich, oder es wird kein Europa geben.”
  • Europa leidet heute, weil es seine Wurzeln verloren hat.
  • Wir haben eine andere Auslegung, eine andere Auffassung von der europäischen Zivilisation und Kultur.
  • Die Finanzwelt, die den Staaten, die eine falsche Politik verfolgen, von Zeit zu Zeit Kredite gewährt, vertritt den Standpunkt von Maria Theresia. Sie hat gesagt: die Schafe müssen nicht geschlachtet, sondern geschoren werden. Um sie scheren zu können, muss man sie füttern. Leider bezieht sich das auch auf Ungarn, denn man (lies: Die Vorgängerregierungen) hat unsere Heimat brutal verschuldet. Dadurch sind wir in einer ausgelieferten Lage, denn unsere Kreditgeber sind daran interessiert, dass wir aus der Schuldenfalle nicht mehr herauskommen. Sie freuen sich, wenn wir ihnen über einen langen Zeitraum hinweg hohe Zinsen zahlen müssen.
  • Gegenwärtig führen wir 90 Prozent der von den ungarischen Menschen (Anm.: “magyar emberek”, von Jobbik geprägter Begriff, als Orbán noch von “den Menschen” und “den ungarischen Bürgern” sprach) eingezahlten Einkommenssteuern sofort ins Ausland ab, für die Zinsen der früher aufgenommenen Kredite. Diese enorme Summe ist der Profit unserer Kreditgeber, anstatt es zum Wohl der ungarischen Menschen zu verwenden. Das drängt viele in die Hoffnungslosigkeit.
  • Wenn wir versuchen, aus der Schuldenfalle mit Methoden herauszukommen, auf die auch andere Länder Lust bekommen könnten, dann werden die Interessen von großen wirtschaftlichen Gruppen verletzt.
  • (…) von der nationalen Denkweise und der Souveränität in die internationale und übernationale Richtung gehen muss. Dazu gehört, dass sie das im Zeichen der Schöpfung entstandene Familienmodell in eine für uns chaotisch scheinende Welt verschieben wollen. Anders gesagt: Sie verschieben die Ordnung des Glaubens, der Religion und der Schöpfung in Richtung Religionslosigkeit und wissenschaftlicher Weltauffassung – in Richtung des gottlosen Kosmos.
  • Viele meinen, dass die zwei Weltkriege nicht so sehr ein Kampf zwischen Nationalstaaten, sondern vielmehr Bürgerkriege innerhalb der christlichen Zivilisation waren. In Folge dessen haben wir uns ausbluten lassen, und können nicht Schritt halten mit den Zivilisationen, die uns umgeben. Die alte Ordnung hat sich aufgelöst, denn wir haben die Grundthesen der christlichen Zivilisation gebrochen. (Anm.: Praktisch identisch im Faz-Interview(3) vom 4.3..)
  • Die ungarische Angelegenheit ruft nicht zufällig in vielen Ländern Sympathie hervor. Es geht nämlich darum, welches Schicksal die Nationalstaaten in der Europäischen Union erwartet. Bleibt ihnen die Souveränität in wesentlichen Fragen erhalten? Wird die Bürokratie in Brüssel ihnen ihre Existenz zugestehen? Jetzt wird sich entscheiden, ob ein Land außerhalb der säkularisierten, familienfeindlichen und die Nation als überholt betrachtenden europäischen geistigen Bestrebungen weiter existieren darf, ob es seine Zukunft auf Interessen aufbauen darf, die im Gegensatz zu diesen Bestrebungen stehen. Ob es sein Grundgesetz auf seinen Interessen aufbauen darf. Kann man (Anm.: Brüssel) ihm das Recht dazu nehmen?”
Der Pusztaranger-Artikel(1) enthält eine Volltextübersetzung des Interviewtextes, der auf Ungarisch bislang noch nicht ins Netz gestellt wurde.

Weiter...
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Quellen:
(1) https://pusztaranger.wordpress.com/2012/04/09/gottloser-kosmos-orbans-oster-interview-mit-katholischem-wochenblatt/
(2) http://ujember.katolikus.hu/
(3) http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/viktor-orban-im-gespraech-es-gibt-ein-verborgenes-europa-11671291.html

Monday, August 15, 2011

Ungarns Großer Sprung nach vorn


Eine vollständige Übersetzung der eigenartigen Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, die er am 24.7.2011. während der Sommerakademie Tusványos 2011 gehalten hat,(1,2) wurde am 8.8.2011. von Adam Majorosi (Stargarten) veröffentlicht .(3) Untenstehend im farbigen Feld übernehmen wir das ganze Dokument. Herr Majorosi publizierte am 10.8.2011. in seinem Blog auch eine kurze Analyse(4) der Ideologie der Fidesz-Partei im Lichte der Rede des Ministerpräsidenten mit der Überschrift Ungarns Großer Sprung nach vorn – eine klare Anspielung auf Orbáns besondere Beziehungen mit der VR China.

Saturday, August 13, 2011

In Ungarn entsteht ein autoritäres Regime


11.08.2011. World Socialist Web Site, Markus Salzmann:
Ungarns rechts-konservative Regierung unter Victor Orban hat ihre fast 15-monatige Amtszeit systematisch genutzt, um ein autoritäres Regime aufzubauen. Sie hat die Befugnisse der Justiz beschnitten, die Pressefreiheit eingeschränkt, Staatsapparat und Medien von kritischen Elementen gesäubert und eine Verfassung eingeführt, die an die Diktatur des Reichsverwesers Miklos Horthy erinnert.
Mehr: http://www.wsws.org/de/2011/aug2011/unga-a11.shtml
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Quelle:
World Socialist Web Site, http://www.wsws.org/de/

Tuesday, March 8, 2011

Béla Tarr, ungarischer Regisseur


Das am 7.7.2011 im Tagesspiegel veröffentlichte und später vorübergehend gesperrte Interview mit dem ungarischen Filmemacher und Berlinare-Preisträger Béla Tarr über politische Verhältnisse in seiner Heimat wurde von der Redaktion wieder zugänglich gemacht.(1)
"Wie hat sich das kulturelle Klima in Ungarn verändert?

Bei uns passiert gerade, was man in Deutschland "Kulturkampf" nennt. Die Regierung hasst die Intellektuellen, weil sie liberal und oppositionell sind, sie beschimpft uns als Vaterlandsverräter. Agnes Heller werfen sie sogar vor, sie habe dem Staat Geld gestohlen. Dabei ist sie 81, sie weiß gar nicht, was Geld ist!"
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Quellen:
(1) Tagesspiegel Online,  07.03.2011 18:22, Béla Tarr, ungarischer Regisseur / "Die Regierung muss weg. Nicht ich" http://www.tagesspiegel.de/kultur/kino/berlinale/die-regierung-muss-weg-nicht-ich/3862646.html

Wednesday, February 16, 2011

Béla Tarr


"The Turin Horse": Ein Aufruf von Béla Tarr(1)
"Das erneute Aufkeimen nationalistischer Tendenzen in Ungarn stellt eine große Gefahr für die Diversität der ungarischen Kinolandschaft dar, die in Zukunft von den Entscheidungen einer einzigen Person abhängen soll. Im Januar haben Béla Tarr und weitere Filmemacher (darunter Miklós Jancsó, Márta Mészáros oder Kornél Mumdruczó) einen Protestbrief veröffentlicht, unterstützt von Künstlern aus unterschiedlichen Ländern. Béla Tarr, dem dieser Kampf sehr am Herzen liegt, spricht über die politische Lage in seinem Land, die er als Angriff auf die Demokratie versteht. Das Interview führte Bertrand Loutte."


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(1) Der Film des Tages - 15/02/11, http://www.arte.tv/de/film/Berlinale-2011/Die-Preistraeger-2011/3718008.html

Friday, December 24, 2010

Das ungarische Mediengesetz


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Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=n_034kxQC9Y

Thursday, December 23, 2010

Merkel warnt Ungarns Regierung


22.12.2010. tagesschau.de:
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die ungarische Regierung vor einer Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipien im Umgang mit den Medien gewarnt. Die Bundesregierung beobachte die Änderung der Mediengesetzgebung in Ungarn mit "großer Aufmerksamkeit", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans. Als künftige EU-Präsidentschaft trage Ungarn natürlich eine besondere Verantwortung für das Bild der EU. Auch deshalb sei es selbstverständlich, dass Ungarn den Werten der EU verpflichtet bleibe. Das Land übernimmt die Präsidentschaft am 1. Januar. (Mehr: http://www.tagesschau.de/ausland/ungarn210.html)

Video: http://www.tagesschau.de/multimedia/video/ondemand100_id-video830454.html

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Quellen: http://www.tagesschau.de

Monday, December 20, 2010

Ungarn - Pressefreiheit in Gefahr


Keno Verseck

DW-WORLD.DE - Deutsche Welle, Fokus Südosteuropa, 15. Dezember 2010.

Die ungarische Regierung baut die Medienlandschaft um. Sie hat den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zerschlagen und plant ein neues, restriktives Mediengesetz. Journalisten befürchten das Ende der Pressefreiheit.

Anfang Dezember staunten die Leser einiger ungarischer Zeitungen und Zeitschriften nicht schlecht: Die linke, gewerkschaftsnahe Tageszeitung "Népszava" (Volksstimme) und die beiden bedeutendsten kulturpolitischen Wochenzeitungen – "Magyar Narancs" (Ungarische Orange) und "Élet és Irodalom" (Leben und Literatur) - waren mit weißen Titelblättern erschienen. Es war der bis dahin symbolträchtigste Protest gegen die Medienpolitik der seit Mai amtierenden, populistisch-nationalkonservativen Regierung unter dem Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Denn ab 1. Januar 2011 soll in Ungarn ein neues Mediengesetz in Kraft treten. Verabschiedet werden soll es zwar erst in der nächsten Woche. Doch längst sehen die protestierenden Redaktionen die Pressefreiheit in Ungarn bedroht und prophezeien, dass sie ab 1. Januar ganz aufhöre zu existieren.

Weiter...1
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Quellen:
(1) http://www.dw-world.de/dw/article/0,,6326330,00.html

Sunday, November 14, 2010

Ungarns konservative Revolution


Ein Vortrag gehalten von Magdalena Marsovszky am 21.Oktober 2010 im AZ Conni in Dresden.

Die Parlamentswahlen vom April 2010 besiegelten einen tiefgreifenden Umbruch in der politischen Landschaft Ungarns. Die bis dahin regierenden Sozialdemokraten der MSZP büßten über 50 Prozent ihrer Stimmen ein. Im Gegenzug erlangte die rechtsnationalistische Fidesz eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Beinah wären die Sozialdemokraten noch von der faschistischen Jobbik eingeholt worden, die erstmals zur Wahl antrat und mit 17 Prozent der Stimmen gleich zur drittstärksten Kraft avancierte. Dieser enorme Rechtsruck kam nicht unerwartet, hatten Fidesz und Jobbik doch bereits bei der Europawahlen im Juni 2009 herausragende Ergebnisse erzielt und die Sozialdemokraten deklassiert. Die nun erlangten Mehrheitsverhältnisse geben der Fidesz-Regierung unter Viktor Orbán weitreichende Möglichkeiten.

Der Erfolg der rechten Parteien speist sich aus verschiedenen Quellen. Eine beachtliche Mehrheit der ungarischen Bevölkerung teilt einen aggressiv-sentimentalen Chauvinismus, der sich um das `Trauma von Trianon´, dem Verlust von zwei Dritteln des Territoriums nach dem Ersten Weltkrieg, aufgebaut hat. Hinzu kommen oftmals antidemokratische Tendenzen, die sich etwa in einer breiten Verehrung für den ungarischen Reichsverwesers Miklós Horthy ausdrückt, der das Land von 1920 bis 1944 autoritär regierte. Insbesondere der Erfolg der Jobbik basiert auf offener antisemitischer Hetze einerseits und rassistischem Antiziganismus andererseits. Und hier bleibt es keineswegs nur bei Worten: Mit der `Ungarischen Garde´ steht eine faschistische Vereinigung bereit, die sich als militanter Arm der Jobbik begreift. Bereits mehrfach schlug die Hetze in mörderische Taten um, als gezielt Häuser von Roma angezündet wurden und Flüchtende durch die im Hinterhalt lauernden Täter ermordet wurden.

Die Situation ist zugespitzt und wirft zahlreiche Fragen auf: Einige Antworten zu den Ursachen des Siegeszugs der ungarischen Rechten, zu den damit verbundenen Auswirkungen, aber auch zu Möglichkeiten der Gegenwehr wird die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung geben.

Magdalena Marsovszky ist freie Kulturwissenschaftlerin und Publizistin, lebt in Budapest und München. Sie ist Vorstandsmitglied des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.

Sie können sich den Vortrag hier anhören:



oder hier vom archive.org herunterladen.

Diese Tonaufnahme ist Teil der Sammlung
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Creative Commons license: Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0
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Quelle: http://www.archive.org/details/MagdalenaMarsovzskyUngarnsKonservativeRevolution

Thursday, November 4, 2010

Was wäre, wenn...


Iván Andrassew
28. Oktober 2010.
http://andrassew.blogspot.com/2010/10/talan-ha.html

László Gatter, Vorsitzender des Budapester Obergerichts hat seinen Rücktritt zum Teil deshalb eingereicht, weil das Eingreifen der Regierungspartei Fidesz in die Arbeit des Verfassungsgerichtes „nicht seinem juristischen Geschmack entspricht“. Zumindest stand dies auf Platz eins der Liste der Gründe für seinen Rücktritt.

Dieser Eingriff könne nämlich seiner Meinung nach bedeuten, dass ein Urteil, das „aus irgendeinem Grund den Betroffenen nicht gefällt“, später, durch eine erneute Gesetzänderung außer Kraft gesetzt werden könne. Er fügte hinzu, dieses Vorgehen sei „eine ziemlich riskante Auffassung“ vom Rechtsstaat.

Die Fidesz Bürgerliche Union schafft die Demokratie von Tag zu Tag, Schritt für Schritt ab. Wenn die Partei ein Gesetz vom Parlament verabschieden lässt, in dem es darum geht, dass sie mit einer Entscheidung des Verfassungsgerichts nicht einverstanden ist, und die Zuständigkeiten des Verfassungsgerichts einschränken lässt so dass sie mit dieser Situation nie wieder konfrontiert wird, dann bedeutet dies die praktische Einführung der Diktatur. Bis jetzt konnte man noch darüber diskutieren, ob Orbán ein Diktator sei, oder nicht, oder noch nicht oder nicht so eindeutig. Ab jetzt steht es außer Zweifel.

Das, was er jetzt mit dem Verfassungsgericht vorhat, bedeutet einen Wendepunkt, von dem es mit Demonstrationen und Petitionen im Parlament, mit sogenannten zivilen Mitteln kein Zurück mehr gibt. Das Gewissen der Zweidrittler* und ihrer Wähler funktioniert nicht. Dass es so weit kommen konnte, liegt auch an uns, doch wir haben jetzt keine friedlichen Mittel mehr, diese Willkür zu stoppen. Und gewalttätig wollen wir ja nicht werden, da wir Europäer sind. Wir haben niemanden, mit dem wir uns zusammenschließen könnten, sind ja selbst in unseren eigenen Reihen nicht einig. Auch bei uns ist oft zu hören: „ich schließe mich Euch nur an, wenn der und der nicht dabei ist“. Eine Schande ist das. Mag sein, dass wir uns einmal aus dieser Situation befreien, doch bereits jetzt ist es zu spät.

Vielleicht kann das Verfassungsgericht, oberster Hüter der Gesetze, helfen. Vielleicht. Wenn nach der voraussichtlichen parlamentarischen Verabschiedung des Gesetzesvorschlages durch den Fidesz alle Verfassungsrichter ihre Ämter niederlegen würden. Wenn in ihren Begründungen explizit stünde, sie könnten nicht Mitwirkende an der Abschaffung des Rechtsstaates sein. So ein Schritt würde vielleicht Orbán und seinen Anhängern dazu verhelfen, zu verstehen, dass es schlimm um Ungarn steht. Denn, sollte das Gesetz verabschiedet werden, würde das bedeuten, dass der Staat zerfällt, und das Regieren selbst dann unrechtmäßig wäre, wenn es ansonsten den Gesetzen entspräche. Ein solcher Schritt der Verfassungsrichter könnte eine die Welt aufrüttelnde Mahnung bedeuten, derer würdig, die ihren Eid als Hüter des demokratischen Rechtsstaats ablegten.

Keine Angst! Orbán würde keinen einzigen finden, der sich trauen würde, ihre Plätze einzunehmen. Es gibt ja einen höheren Ethos, als den einer verderbten Macht.


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* Orbán und seine Leute berufen sich oft auf die besondere Ermächtigung, die ihnen vom Volk dadurch erteilt wurde, dass bei den letzten Parlamentswahlen im April 2010 über zwei Drittel der Bürger Fidesz wählte. Das ist im Übrigen falsch; bei einer Wahlbeteiligung von 64,4 % erhielt Fidesz 53,2 % der abgegebenen Stimmen. Nur das ungarische Wahlsystem ermöglicht so etwas: Fidesz erhielt mit den Stimmen von 53,2 % der Wähler (also nur 34,3 % aller Wahlberechtigten!) 68,1 % der Sitze im Parlament und verfügt somit über eine Zweidrittelmehrheit. Das ermöglicht dem Fidesz die Verfassung zu ändern, was er nun auch tut.
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Quelle: Iván Andrassews fernes Tagebuch http://andrassew.blogspot.com/

Sunday, October 17, 2010

Angst vor einem Lendvai-Buch


08.10.2010, 19:31, Kurier.at: Präsentation an der österreichischen Botschaft in Berlin ein neues Buch von dem bekannten Schriftsteller und Journalist Paul Lendvai wurde abgesagt.
"(...) Paul Lendvai darf sein kritisches Ungarn-Buch an der Botschaft in Berlin nicht vorstellen - diplomatische Beziehung sind in Gefahr
(...)
Bevor das Ungarn-Buch von Paul Lendvai offiziell vorgestellt wird sorgt es für politischen Wirbel: Eine vereinbarte Präsentation des Ecowin-Verlages an der Österreichischen Botschaft in Berlin wurde von Botschafter Ralph Scheide kurzerhand abgesagt.
(...)
Der KURIER traf zuvor den bekannten und angesehenen Autor sowie Anton Pelinka, Professor an der Central European University in Budapest, zum Gespräch über Ungarn und den bevorstehenden EU-Vorsitz des Landes.
(...)
Lendvai, Paul: Mein verspieltes Land. Ungarn im Umbruch, Ecowin-Verlag, Wien 2010, 252 Seiten, 23,60 Euro. Das Buch wird am 18. Oktober in Wien präsentiert."
(1)
Einige Auszüge aus dem Interview in Englisch hier: (2)
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Quellen:
(1) Details in der Original-Artikel: kurier.at, 08.10.2010, 19:31: http://kurier.at/nachrichten/2039822.php
(2) http://antifa-hungary.blogspot.com/2010/10/afraid-of-hungary.html
(3) Details in der Original-Artikel: kurier.at, 08.10.2010, 19:31: http://kurier.at/nachrichten/2039822.php
(4) DiePresse.com, 08.10.2010 18:27: Was ist los mit Ungarn? http://diepresse.com/home/spectrum/literatur/600714/index.do
(5) derStandard.at, 08. Oktober 2010, 16:47: Orbán über alles, http://derstandard.at/1285200409421/Ungarn-Orban-ueber-alles
      derStandard.at, 28. April 2010, 20:06: Orbán über alles?, http://derstandard.at/1271375508637/Orban-ueber-alles

Thursday, July 1, 2010

Politische Abenteurer an der Donau


30. Juni 2010, Von Krisztina Koenen, Essay
"In Ungarn gefährdet eine verantwortungslose und nationalistische Elite die Rechtsstaatlichkeit und die Zukunft des Parlamentarismus. Bisher reagierten die Nachbarn besonnen". Weiter...(1)

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Quellen:
(1) http://www.welt.de/die-welt/debatte/article8232906/Politische-Abenteurer-an-der-Donau.html

Wednesday, June 23, 2010

Ungarns konservative Revolution


Veranstaltung der Redaktion "Hinterland" und des Bayerischen Flüchtlingsrates in Kooperation mit Kurt-Eisner-Verein - RLS Bayern.

Die Ergebnisse der ungarischen Parlamentswahlen sind besorgniserregend. Die rechtspopulistisch-nationalkonservative Partei Fidesz wird die Regierungsmehrheit stellen. Die rechtsextremen Jobbik halten mit einem Stimmenanteil von knapp 17 Prozent Einzug ins Parlament. Die geplante Verleihung der ungarischen Staatsbürgerschaft an ethnische Ungarn in den Nachbarländern sorgt für Unmut. Revanchistische Töne und rassistische Übergriffe gehören zum Alltag. Mehr als während der ersten Regierung Orbán 1998-2002 besteht heute die Gefahr, dass Ungarn durch die gegenwärtige „konservative Revolution” zu einer geschlossenen Gesellschaft wird.

Wednesday, April 7, 2010

Rechtsextremismus und völkisches Denken in Ungarn


"Der Rechtsruck in der ungarischen Politik ist besorgniserregend. Trotz des Verbots von 2009, zieht die paramilitärische Ungarische Garde der Jobbik weiter durch das Land und hetzt im Namen des Großungarntums gegen Juden und Zigeunerkriminalität. Den Rechtskonservativen (Fidesz) und Rechtsextremisten (Jobbik) ist der Wahlsieg im April nahezu sicher.
.......
Die Jobbik spricht offen an, was alle denken und wofür viele Medien schon seit Jahren hetzen. Auch Fidesz-Politiker hetzen, tun aber nichts. Und nun ist da eine neue revolutionäre Generation, die sagt, wir wollen endlich mal ausführen, wozu uns unsere Väter motiviert haben. Der Journalist Attila Bujak hat in der Vergangenheit bereits die These aufgeworfen, dass Jobbik von Fidesz erfunden worden sei. Er schrieb, nach den verlorenen Wahlen 2002 hätte der ehemalige Kanzleramtsminister István Stumpf verlauten lassen, dass Fidesz eine kleine Partei benötige, die sich traut, das an- und auszusprechen, was die Partei nicht ‘laut’ sagen kann. Weil Fidesz ja eine ‘seriöse Partei’ bleiben wolle. Viktor Orbán [ehemaliger Ministerpräsident und aktueller Fidesz-Oppositionsführer] gründete nach der Wahlniederlage so genannte Bürgerkreise, zu denen auch Gábor Vona eingeladen wurde. Orbán ist also sozusagen der Ziehvater des heutigen Parteivorsitzenden der Jobbik. Vona war damals noch Student und gehörte in die christlich-studentische Vereinigung der Universität. Bisher war es auch eher so, dass niemand Jobbik als eine rechtsradikale Partei betrachtet hat. Bei den letzten Kommunalwahlen wurde häufig auf lokaler Ebene mit Jobbik koaliert. Erst jetzt, im Vorfeld der Wahlen, geht man auf Distanz...." (1)
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Quellen:
(1) Rechtsextremismus und völkisches Denken in Ungarn: “Ein irrsinniges Gewaltpotenzial”, 23/03/10, http://www.cafebabel.de/article/32959/ungarn-wahlen-rechtsextremismus-voelkisch-romahass.html

Monday, February 22, 2010

Tag der Ehre


Warum der „Tag der Ehre“ in Budapest vom 13. Februar auf den 06. März verschoben wurde

Neben Dresden richtet man alljährlich seine Aufmerksamkeit auf das internationale „Blood & Honour“ Treffen in Budapest. Auf Bitten ihrer deutschen Kameraden, die am „Trauermarsch zum Bombenholocaust“ in Dresden teilnehmen wollten, verschoben jedoch dieses Jahr die ungarischen Neonazis ihre Gedenkveranstaltung um drei Wochen. Weil in den letzten Jahren immer wieder führende Nazi-Größen in der ungarischen Hauptstadt eintrafen, erhofft man jetzt ebenfalls hochrangigen Besuch. Nach Dresden ist Budapest inzwischen zum Schauplatz des zweitgrößten Nazi-Aufmarsches in Europa geworden.

Monday, February 1, 2010

Magyarisierung in Ungarn


Adolf Hitler mit Miklós Horthy und Frau
(Postkarte aus dem Verlag Wilhelm Stiewe)

Der „ungarische Geist“ der nationalkonservativen „FIDESZ“-Partei


Von Karl Pfeifer

Rechtsextreme reagieren in Ungarn auf das Scheitern des Staatssozialismus und auf die radikalen Veränderungen in der Wirtschaft, die bei großen Teilen der Bevölkerung eine Identitätskrise verursachten, mit „bewährten“ Mitteln der Schuldzuweisung. Dazu dient das Anprangern von Minderheiten als Sündenböcke, das sich insbesondere gegen die ungarischen JüdInnen richtet. Nicht selten instrumentalisiert die extreme Rechte dabei das Christentum. Das Wort „ChristIn“ wird in Ungarn von vielen wieder – wie vor 1945 – als synonym für „NichtjüdIn“ verwendet. Und mancher christlicher Würdenträger stellt sich an die Seite der Rechtsextremen.


Sunday, January 31, 2010

Rechtsradikalismus in Russland, der Ukraine und Ungarn


23.01.2010, MitOst Podium(1)

Immer wieder erschrecken uns Medienberichte über politischen Extremismus und rassistisch motivierte Gewalt in Europa. In Westeuropa ist die extreme Rechte dabei seit Jahrzehnten ein bekanntes Phänomen. Zeitweilige Erfolge der französischen “Front National”, der NPD in Deutschland oder der neofaschistischen “Azione Sociale” von Alessandra Mussolini, der Enkelin von Benito Mussolini sorgen von Zeit zu Zeit für große Empörung in ganz Europa.

Wenig weiß man aber über rechtsextreme Parteien in Mittel- und Osteuropa. Diesen Parteien und der fremdenfeindlich motivierten Gewalt widmet sich diese Diskussion.

Am bekanntesten sind sicher noch die sogenannten “Liberaldemokraten” des Russischen Politikers Vladimir Žirinovskij. Andere aber, wie zum Beispiel die SNS (Slowakei) oder “Jobbik” (Ungarn) verstehen sich offen als Nachfolger von Vorgängerparteien aus der Zeit des Nationalsozialismus. Sie verbreiten nicht nur fremdenfeindliche und antisemitische Propaganda, sondern schaffen ein Klima der Aggression, das zu direkter Gewalt gegen Minderheiten und politische Gegner führt. Und was am erschreckensten ist: Die SNS ist an der slowakischen Regierungskoalition beteiligt und auch Jobbik könnte mit der ebenfalls völkisch orientierten “Fidesz” bei den Wahlen im April oder Mai 2010 in Ungarn eine Rechtsregierung bilden, die möglicherweise sogar eine verfassungsändernde Mehrheit im Parlament erreichen könnte.
Grund genug, mit einer Runde von Experten für den Rechtsextremismus in MOE über das Thema zu sprechen:

Dr. Tetyana Katsbert ist in der Ukraine geboren und hat 2008 zum Thema “Nationale Stereotypen in den deutsch-englischen Beziehungen: sprachliche und kulturelle Perspektive” promoviert. Zurzeit arbeitet sie an der Studie „Hate Crimes in Ukraine – Monitoring und Victim Assistance“, die im Frühjahr 2010 fertig werden soll.

Magdalena Marsovszky ist in Ungarn geboren, arbeitet als freie Kulturwissenschaftlerin in München und Budapest und ist Expertin für Antisemitismus, Antiziganismus, Rassismus ohne Rassen, Ethnizität, völkisches Denken, Kultur- und Medienpolitik in Ungarn.

Dr. Andreas Umland ist in Jena geboren, studierte und lehrte in Leipzig, Berlin, Oxford, Stanford und Cambridge. In Berlin promovierte er zum Aufstieg Vladimir Žirinovskijs in der russischen Politik. Zum Ph. D. in Politics graduierte er an der University of Cambridge (Trinity College) mit einer Arbeit zur postsowjetischen russischen „unzivilen Gesellschaft“. Aktuell unterrichtet er an der katholischen Universität Eichstätt/Bayern.
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(1) Quelle: http://www.moe-kompetenz.de/2010/01/rechtsradikalismus/
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