“The world is a dangerous place to live in; not because of the people who are evil, but because of the people who don’t do anything about it.”
(Albert Einstein – refugee from Nazi Germany)

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Sunday, March 25, 2012

Antifa-Aktivisten entfernen Árpádflagge in Budapest


Wie die Tageszeitung Népszava(1) und der Blog Fotolexikon(2) berichten, hing am 15. März 2012, dem Nationaltag, die rechtsextreme rotweißgestreifte Árpádflagge neben der rotweißgrünen ungarischen Nationalflagge an einem Gebäude in Zúglo, dem 14. Distrikt von Budapest.
Árpád-stripes flag on a house in Zugló, Budapest(2)
Dies löste Diskussionen und Reaktionen auf Facebook aus. Die Journalistin Mónika Török ermutigte die Bürger des Distrikts, die Flagge zu entfernen, anstatt einfach abzuwarten. Die Reaktionen darauf fielen skeptisch und zurückhaltend aus, dennoch ließen Nazidrohungen für den Fall des Verschwindens der Fahne nicht auf sich warten. Einige User hatten moralische(!) Skrupel und schrieben: „Ihr Linken solltet verstehen, dass Widerstand bei uns noch nie eine große Sache war“. Da von lokalen Aktivisten nichts zu erwarten war, entfernten die Journalistin und einige ihrer Gefährten die Flagge eigenhändig und berichteten darüber(2,3) auf Facebook.

arpadsavos zászló leszerelése.MOV
http://youtu.be/nHRx5LjXyMU
Die Reaktionen darauf waren zumindest enttäuschend. Einige Kommentare drückten Anerkennung und Gratulationen aus, doch die meisten vor allem Sorge und Angst über mögliche Konsequenzen oder sogar Rache: „Oh mein Gott, was passiert jetzt?“, lautete ein Kommentar. Im Gegensatz dazu waren die Nazis nicht so schüchtern. Rasch erschienen ekelhafte Beleidigungen und Morddrohungen, darunter antisemitische Sprüche, wie: „Das Sommercamp Auschwitz wird wiedereröffnet werden, dann können sie soviel jammern, wie sie wollen. Tee-hee.“


Das ist Ungarn 2012, schloß János Dési, Autor des Artikels in der Népszava.
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Quellen:
(1) 26/03/2012, Dési János:
Szaknyilasok, ellenállók és az Árpád-sávos zászló,http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=533029
(2) 26/03/2012,
Szaknyilasok, ellenállók és az Árpád-sávos zászló: http://fotolexikon.blogspot.com/
(3)
https://www.youtube.com/watch?v=nHRx5LjXyMU
(4)
Árpád stripes, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/%C3%81rp%C3%A1d_stripes  
     Árpád-Streifen
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Anmerkungen:

(a) Obwohl die Árpád-Streifen(4) jahrhundertealte historische Ursprünge haben, sind sie faschistisch konnotiert, da die ungarischen Pfeilkreuzler, die die Nazi-Marionettenregierung von Oktober 1944 bis April 1945 stellten, in den 1940ern eine ähnliches Symbol in ihrer Flagge benützten. Heute leugnen die ungarischen Neonazis die Beziehung zum Symbol der Pfeilkreuzler und behaupten, ihre sei verschieden. Aber die starke Ähnlichkeit ist unzweifelhaft und wohl nicht unabsichtlich. Jedenfalls werden die Árpád-Streifen (auf Flaggen oder anderem Material) heute ausschließlich von ungarischen Rechtsextremen bevorzugt benutzt
(b) Auf Youtube kann mensch unter dem Video einige sehr heftige Nazikommentare finden, allerdings auf ungarisch:

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Englisch Version: antifa-hungary: Antifa activists remove Árpád-stripes flag in Budapest, http://antifa-hungary.blogspot.com/2012/03/antifa-activists-remove-arpad-stripes.html

Sunday, March 4, 2012

Flucht aus einem Nazi-Land?



Der ungarische Schriftsteller Akos Kertesz hat wegen einer gegen ihn gerichteten Hetzkampagne um Asyl in Kanada angesucht. Der 79-jährige, jüdische Roman- und Drehbuchautor sei am 29. Februar mit seiner Ehefrau in Montreal eingetroffen, berichteten ungarische Medien am Sonntag unter Berufung auf ein Schreiben des Pressebüros von Kertesz.

Er habe dort den Flüchtlingsstatus beantragt, weil er infolge des medialen Kesseltreibens in seiner Heimat "physischen Belästigungen und Drohungen ausgesetzt war, auch tätlich insultiert und auf offener Straße angegriffen wurde und sein Leben in Gefahr sah", hieß es in dem Schreiben.
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Quellen:
(1) 04.03.2012, Schriftsteller Akos Kertesz bittet Kanada um Asyl: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2962383/schriftsteller-akos-kertesz-bittet-kanada-um-asyl.story
(2) Wikipedia: Ákos Kertész, http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%81kos_Kert%C3%A9sz

Nazi Schriftsteller in der 1956-er Ehrenparzelle


Am 4. Februar 2012 verstarb der Schriftsteller und rechtsradikaler Politiker István Csurka(1), der 14 Tage später im Kerepescher Friedhof(2) in Budapest, in der Ehrenparzelle für die Helden der Revolution von 1956(3) beerdigt wurde. In diesem Zusammenhang veröffentlichte die Budapester Organisation der Imre-Nagy-Gesellschaft die folgende Erklärung:
Die Budapester Organisation der Imre-Nagy-Gesellschaft verurteilt die Beerdigung des die nazistische Denkweise der ehemaligen Pfeilkreuzlerpartei wieder erweckenden und dadurch berühmt-berüchtigt gewordenen István Csurka in der Parzelle für die Teilnehmer der Revolution von 1956 im Nationalen Friedhof.

Wir weisen die Lüge, auf die der Geist der Menschen auch durch diese Beerdigung gedrillt wird - nämlich dass die Revolution von 1956 hungaristische Züge gehabt hätte - entschieden zurück.

Wir machen die ungarische und internationale Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass die für Leiter der Pfeilkreuzlerpartei und nazistische Massenmörder im Nationalen Pantheon reservierten Ehrengrabstätten(4) die Moral und auch das Andenken der Revolutionäre von 1956 verletzen, sowie die Wiederbelebung ihrer Ideen hindern.

Im Namen der Imre-Nagy-Gesellschaft:
Dr. Ferenc Donáth, Vorsitzender
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Quellen:
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Istv%C3%A1n_Csurka
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Kerepesi_temet%C5%91
(3) https://hu.wikipedia.org/wiki/301-es_parcella (auf Ungarisch)
(4) http://298.nolblog.hu/ (auf Ungarisch)

Saturday, August 20, 2011

Nazi-Hymne bei der Kanu-WM


Die Übersetzung der MTI-Mitteilung, der Kommentar, sowie einige Quellenangaben wurden wortgleich übernommen vom
Pusztaranger (19/08/2011)(1)

19/08/2011, Ungarn, Szeged
Skandal bei Kanu-WM: Nazi-Hymne bei der Siegerehrung!

Auf den Triumph der Kajak-Stars Anne Knorr und Debora Niche bei der Kanu-WM in Szeged (Ungarn) folgte die böse Überraschung: Bei der Siegerehrung ertönte plötzlich die 1. Strophe des Deutschlandlieds(2). „Deutschland, Deutschland über alles” ist seit dem Missbrauch in der NS-Diktatur (1933 – 1945) nicht mehr Nationalhymne.
Bundestrainer Rainer Kießler im TV: „Ich bin entsetzt. Wir können das so nicht akzeptieren.”
Nach seinen Angaben habe Kießler zweimal die Hymne überprüfen wollen. Doch die ungarischen Veranstalter wiesen sein Angebot zurück. Begründung: Das Abspielgerät funktioniere nicht. (…)
(3)
Die ungarischen Veranstalter kolportieren das in den heimischen Medien anders; auf Anfrage der ungarischen Nachrichtenagentur erklärten sie, gemäß gängiger Praxis hätten alle teilnehmenden Länder ihre Nationalhymnen vorher überprüft, so auch die Deutschen, und hatten nichts beanstandet. Nichtsdestotrotz hätten sie sich bei den Deutschen für die Verwechslung entschuldigt.

(Man fragt sich doch, wo die ihre Tonträger hernehmen.)

Auch Kießlers Reaktion fällt in den ungarischen Medien anders aus:

„Es ist eine riesige Blamage für die Organisatoren, wir stehen der Sache mit Unverständnis gegenüber. Unsere Freude lassen wir uns dadurch aber nicht verderben.“

(Ungarische Nachrichtenagentur MTI, s. z.B. delmagyar.hu)(4)

Skandal Kanu WM 2011: Falsche (Nazi-) Hymne für deutsches Sieger-Duo:

http://youtu.be/kGIquloU6NU
Die Hymne, die die ungarischen Veranstalter jetzt in Szeged spielten, wurde auf den olympischen Spielen in Berlin gespielt. Daran ist auch gar nichts Überraschendes, Ungarn bewegt sich zu den 30-er Jahren zurück. Was würde Freud wohl sagen?(5)
Zweimal hat Kanu-Bundestrainer Rainer Kießler nach eigenen Angaben darum gebeten, die Nationalhymne vor der WM im ungarischen Szeged probehören zu können. Zweimal wurde seiner Bitte nicht entsprochen - und bei der Siegerehrung dann prompt die falsche Hymne eingespielt. Nicht unser Fehler, sagen die Organisatoren.(6)
Ausgerechnet beim einzigen deutschen Gold gab es auch noch eine dicke Panne der WM-Organisatoren. Während der Siegerehrung für Knorr und Niche ertönte die erste statt der dritten Strophe des Deutschlandliedes. „Deutschland, Deutschland über alles“ anstelle von „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wurde zu Ehren des betreten blickenden Kajak-Zweierduos aus Leipzig und Berlin gespielt.(7)
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Quellen:
(1) pusztaranger, 19. August 2011: Nazi-Hymne bei der Kanu-WM – die ungarische Version, http://pusztaranger.wordpress.com/2011/08/19/nazi-hymne-bei-der-kanu-wm/
(2) Deutschlandlied, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied
(3) bild.de, 19.08.2011 — 19:52 Uhr, Skandal bei Kanu-WM! Nazi-Hymne für deutsches Sieger-Duo, http://www.bild.de/sport/mehr-sport/kanurennsport/nazi-hymne-bei-wm-siegerehrung-19492860.bild.html
(4) delmagyar.hu, 19. August 2011: Sajnálatos blama Szegeden: a náci himnuszt játszották a németeknek (Bedauerliche Blamage in Szeged: die Nazi-Hymne wurde für die Deutschen gespielt), http://www.delmagyar.hu/szeged_hirek/sajnalatos_blama_szegeden_a_naci_himnuszt_jatszottak_a_nemeteknek/2235954/
(5) Amerika Népszava (Amerikanische Volksstimme, ungarischsprachige Wochenzeitung in der USA), 2011. augusztus 19. péntek 21:28: "A náci himnuszt játszották Szegeden" (Die Nazi-Hymne wurde in Szeged gespielt), http://nepszava.com/2011/08/magyarorszag/a-naci-himnuszt-jatszottak-szegeden.html
(6) n-tv.de, Freitag, 19. August 2011: "Deutschland, Deutschland über alles" Falsche Hymne erzürnt Kanuten, http://www.n-tv.de/sport/Falsche-Hymne-erzuernt-Kanuten-article4095341.html
(7) abendblatt.de, Christian Kunz, 19.08.2011, 22:00 Uhr: "Deutschland über alles" - Falsche Strophe bei Kanu-WM, http://www.abendblatt.de/sport/article1997825/Deutschland-ueber-alles-Falsche-Strophe-bei-Kanu-WM.html