“The world is a dangerous place to live in; not because of the people who are evil, but because of the people who don’t do anything about it.”
(Albert Einstein – refugee from Nazi Germany)

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Sunday, November 14, 2010

Ungarns konservative Revolution


Ein Vortrag gehalten von Magdalena Marsovszky am 21.Oktober 2010 im AZ Conni in Dresden.

Die Parlamentswahlen vom April 2010 besiegelten einen tiefgreifenden Umbruch in der politischen Landschaft Ungarns. Die bis dahin regierenden Sozialdemokraten der MSZP büßten über 50 Prozent ihrer Stimmen ein. Im Gegenzug erlangte die rechtsnationalistische Fidesz eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament. Beinah wären die Sozialdemokraten noch von der faschistischen Jobbik eingeholt worden, die erstmals zur Wahl antrat und mit 17 Prozent der Stimmen gleich zur drittstärksten Kraft avancierte. Dieser enorme Rechtsruck kam nicht unerwartet, hatten Fidesz und Jobbik doch bereits bei der Europawahlen im Juni 2009 herausragende Ergebnisse erzielt und die Sozialdemokraten deklassiert. Die nun erlangten Mehrheitsverhältnisse geben der Fidesz-Regierung unter Viktor Orbán weitreichende Möglichkeiten.

Der Erfolg der rechten Parteien speist sich aus verschiedenen Quellen. Eine beachtliche Mehrheit der ungarischen Bevölkerung teilt einen aggressiv-sentimentalen Chauvinismus, der sich um das `Trauma von Trianon´, dem Verlust von zwei Dritteln des Territoriums nach dem Ersten Weltkrieg, aufgebaut hat. Hinzu kommen oftmals antidemokratische Tendenzen, die sich etwa in einer breiten Verehrung für den ungarischen Reichsverwesers Miklós Horthy ausdrückt, der das Land von 1920 bis 1944 autoritär regierte. Insbesondere der Erfolg der Jobbik basiert auf offener antisemitischer Hetze einerseits und rassistischem Antiziganismus andererseits. Und hier bleibt es keineswegs nur bei Worten: Mit der `Ungarischen Garde´ steht eine faschistische Vereinigung bereit, die sich als militanter Arm der Jobbik begreift. Bereits mehrfach schlug die Hetze in mörderische Taten um, als gezielt Häuser von Roma angezündet wurden und Flüchtende durch die im Hinterhalt lauernden Täter ermordet wurden.

Die Situation ist zugespitzt und wirft zahlreiche Fragen auf: Einige Antworten zu den Ursachen des Siegeszugs der ungarischen Rechten, zu den damit verbundenen Auswirkungen, aber auch zu Möglichkeiten der Gegenwehr wird die Vortrags- und Diskussionsveranstaltung geben.

Magdalena Marsovszky ist freie Kulturwissenschaftlerin und Publizistin, lebt in Budapest und München. Sie ist Vorstandsmitglied des Villigster Forschungsforums zu Nationalsozialismus, Rassismus und Antisemitismus e.V.

Sie können sich den Vortrag hier anhören:



oder hier vom archive.org herunterladen.

Diese Tonaufnahme ist Teil der Sammlung
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Creative Commons license: Attribution-Noncommercial-Share Alike 3.0
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Quelle: http://www.archive.org/details/MagdalenaMarsovzskyUngarnsKonservativeRevolution

Saturday, September 11, 2010

Gegen den Hass malen - Bódvalenke, das Dorf der Hoffnung


Die Gegend zwischen Miskolc im Norden Ungarns und der slowakischen Grenze ist die ärmste im Land. Besonders Roma haben es in dieser Gegend schwer: Rassismus und Ausgrenzung ist Alltag für die dort lebenden Roma. Jetzt versucht Eszter Pásztor das Leben dort erträglicher und schöner zu gestalten.
Von Magdalena Marsovsky
NETZ-GEGEN-NAZIS.DE(1) 25. August 2010.

Wednesday, September 1, 2010

Heute Frankreich und die Roma... und morgen?


Solidaritätskundgebung gegen die Abschiebung von Balkan-Roma aus Frankreich und gegen den Antiziganismus in Ungarn.

Auch wir in Budapest schließen uns den Kundgebungen in Frankreich und in Europa an.

Zeit: 4. September 2010, 14:00 Uhr.

Ort: Vor dem Gebäude der Französischen Botschaft, H-1062 Budapest, Lendvai Str. 27.




Saturday, July 31, 2010

Gedenktag der Opfer des Roma Holocausts in Budapest


02.08.2010. 17:00 Budapest, IX. Nehru part, Gedenktag der Roma Opfer des Holocausts

Ein Trauerfeier findet in Budapest

am Montag, den 2. August 17 bis 18 Uhr
im Park

statt, um die Roma Opfer des Holocausts zu gedenken.

Veranstalter:

Aladár Horváth
Vorsitzender des Kuratoriums
Stiftung für Bürgerrechte der Roma
H-1078 Budapest, Nefelejcs u. 39.
romacivilrajt[klammeraffe]gmail[punkt]com
Tel.: +36 20 478 0108

Gábor Székely
Vorsitzender des Kuratoriums
Holocaust Stiftung
H-1094 Budapest, Páva u. 39
Tel.: +36 1 455 3333
Fax.: +36 1 455 3399

Friday, July 30, 2010

Einladung zur Einweihung eines Denkmals gegen rassistische Morde in Budapest


03.08.2010. 11:00 Budapest, Denkmal gegen rassistische Morde
Liebe Freunde,

das Denkmal gegen rassistische Morde „Robert und Robika” wird am

3. August um 11 Uhr

im Garten der Kirche in Budapest, Békásmegyer eingeweiht.


Alle sind herzlich eingeladen, ein Zeichen zu setzen!

Alexander Schikowski, Gábor Iványi, Aladár Horváth

Sunday, May 16, 2010

Helfer gesucht - Wiederaufbau niedergebrannter Häuser von Roma-Familien in Ungarn


Der Internationale Bauorden (Ludwigshafen) in Kooperation mit dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma (Heidelberg) organisiert im Mai (16.-30.5.) und Juli (18.7.-1.8.) mehrere Hilfsprojekte zum Wiederaufbau niedergebrannter Häuser von Roma-Familien in Ungarn, die gleichzeitig Opfer von Mordanschlägen geworden waren. Hintergrund: Im Jahr 2009 sind sechs Roma einer Mordserie zum Opfer gefallen, die von einer einzigen Tätergruppe begangen wurden; insgesamt sind in den letzten zwei Jahren elf Roma in Ungarn ermordet worden. Dabei wurden oft Molotow-Cocktails in die Häuser geworfen und dann auf die fliehenden Menschen geschossen. Insgesamt sind zwanzig Fälle von Brandanschlägen in Ungarn während der letzten zwei Jahre dokumentiert.

Für die Bauwochen sucht der Bauorden engagierte und handwerklich geschickte Helfer. Unterkunft und Verpflegung sind frei. 70.-- Euro Reisekostenzuschuss. Keine Anmeldegebühr für Bauwochen im Mai. Informationen: Peter Runck info@bauorden.de oder +49 621 6355 4946

Original: http://www.bauorden.de/560-0-Helfer-gesucht-fuer-Roma-Familien-in-Ungarn.html

Wednesday, April 7, 2010

Rechtsextremismus und völkisches Denken in Ungarn


"Der Rechtsruck in der ungarischen Politik ist besorgniserregend. Trotz des Verbots von 2009, zieht die paramilitärische Ungarische Garde der Jobbik weiter durch das Land und hetzt im Namen des Großungarntums gegen Juden und Zigeunerkriminalität. Den Rechtskonservativen (Fidesz) und Rechtsextremisten (Jobbik) ist der Wahlsieg im April nahezu sicher.
.......
Die Jobbik spricht offen an, was alle denken und wofür viele Medien schon seit Jahren hetzen. Auch Fidesz-Politiker hetzen, tun aber nichts. Und nun ist da eine neue revolutionäre Generation, die sagt, wir wollen endlich mal ausführen, wozu uns unsere Väter motiviert haben. Der Journalist Attila Bujak hat in der Vergangenheit bereits die These aufgeworfen, dass Jobbik von Fidesz erfunden worden sei. Er schrieb, nach den verlorenen Wahlen 2002 hätte der ehemalige Kanzleramtsminister István Stumpf verlauten lassen, dass Fidesz eine kleine Partei benötige, die sich traut, das an- und auszusprechen, was die Partei nicht ‘laut’ sagen kann. Weil Fidesz ja eine ‘seriöse Partei’ bleiben wolle. Viktor Orbán [ehemaliger Ministerpräsident und aktueller Fidesz-Oppositionsführer] gründete nach der Wahlniederlage so genannte Bürgerkreise, zu denen auch Gábor Vona eingeladen wurde. Orbán ist also sozusagen der Ziehvater des heutigen Parteivorsitzenden der Jobbik. Vona war damals noch Student und gehörte in die christlich-studentische Vereinigung der Universität. Bisher war es auch eher so, dass niemand Jobbik als eine rechtsradikale Partei betrachtet hat. Bei den letzten Kommunalwahlen wurde häufig auf lokaler Ebene mit Jobbik koaliert. Erst jetzt, im Vorfeld der Wahlen, geht man auf Distanz...." (1)
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Quellen:
(1) Rechtsextremismus und völkisches Denken in Ungarn: “Ein irrsinniges Gewaltpotenzial”, 23/03/10, http://www.cafebabel.de/article/32959/ungarn-wahlen-rechtsextremismus-voelkisch-romahass.html

Sunday, March 14, 2010

Robert und Robika - ein Denkmal


Robert Csorba (ein 27 jähriger Roma) flüchtete in der Nacht des 23. Februar 2009 aus seinem brennenden Haus in Tatárszentgyörgy/Ungarn, in den Armen seinen 5 jährigen Sohn Robert (Robika). Auf den ersten Metern wurden sie von Schrotkulgeln niedergestreckt.

Zwei Eichenstämme: Die fallende Hand Buddhas und die gekippte unendliche Säule - der Weltenbaum.
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Quelle: http://www.redstargate.net/wordpress/?p=330
Die Frage ist: was wird das Denkmal in naher Zukunft?

Wednesday, March 3, 2010

Mahnwache am Budapester Heldenplatz


06. März 2010, 10 bis 17 Uhr

Roma-Bürgerrechtsorganisationen, Antifa-Aktivisten und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens führen am zentralen Mahnmal am Heldenplatz eine Mahnwache durch.

Wir gedenken:
der Vergangenheit - der Opfer des Holocaust,
der Gegenwart - der unschuldigen Opfer der Roma-Morde
und bangen um unsere Zukunft.

Wir protestieren!
Gegen die regelmäßigen Paraden der Neonazis auf dem Heldenplatz.
Gegen die Registrierung der neonazistischen Nationalen Revolutionären Partei (NFP).
Gegen Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus, Homophobie und jegliche Ausgrenzung, die im ganzen Land zunehmen, sich langsam institutionalisieren und in Gewalt umzuschlagen drohen.

Mit unserer Aktion ermöglichen wir auch den Budapestern, ihre Anteilnahme den Hinterbliebenen der Mordopfer auszudrücken. Um deren Lage etwas zu erleichtern, starten wir zudem eine Spendenaktion.

Wir erwarten jeden Demokraten, Antifaschisten und Humanisten, der den Nazismus ablehnt und sich für Toleranz einsetzt!

Bitte melde sich, wer an der Wachablösung teilnehmen kann!


Weitere Einzelheiten in:
http://www.antifa-hungary.blogspot.com
http://m-a-l.hu
http://www.antifasiszta.hu

Tuesday, February 23, 2010

Aufmarsch


Die rechte Gefahr aus Osteuropa

Gregor Mayer und Bernhard Odehnal zeigen in dem soeben erschienenen Buch die erschreckende Ausbreitung des Rechtsextremismus in den mittel- und osteuropäischen Ländern.

Sunday, January 31, 2010

Gleich und gleich gesellt sich gern


27.01.2010 Karl Pfeifer(1)

Die FPÖ will ihre Verbindung mit der ungarischen Jobbik Partei "vertiefen".

Es ist nur eine kleine Notiz in der Freiheitlichen Neuen Freien Zeitung vom 21. Januar - Parteichef-Chef Heinz Christian Strache, habe eine Delegation der ungarischen Jobbik-Partei in Wien empfangen. Man wolle die "Zusammenarbeit vertiefen" und "weitere Tätigkeiten besprechen".

In Ungarn wiederum, so vermeldet das Blatt, sei der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Johannes Hübner und der Abgeordnete Johann Gudenus bei einer Parteiversammlung der Jobbik herzlich aufgenommen" worden. Seine Begrüßungsworte wurden in Ungarn "mit besonderem Applaus" bedacht.

Die Meldung müsste in Österreich einen innenpolitischen Aufschrei zur Folge haben, denn die Jobbik-Partei zählt zu den Parteien Europas, die offen antisemitische und rassistische Propaganda betreiben. Sie bekennen sich auch zu der diffusen Lehre der heiligen Stephanskrone und ihnen nahe stehende Journalisten schrecken nicht davor zurück, in diesem Sinne auch die Revision des vom Außenminister des Horthyregimes 1920 unterzeichneten Friedensvertrags von Trianon zu fordern, d.h. sie möchten einen Konflikt mit der Slowakei, Rumänien, Serbien, Kroatien, Slowenien provozieren und auch das seither bei Österreich befindliche Burgenland beanspruchen.

Jobbik wurde 2002  vom 31jährigen Gábor Vona gegründet. Er rekrutiert seine Kader zum großen Teil aus Studenten und jungen Akademikern. Bei den Europawahlen 2009 gewann Jobbik aus dem Stand fast 15 Prozent der Stimmen. Bald könnte die Partei auch in Ungarn mitregieren.

In ihrem Parteiprogramm verspricht Jobbik eine "schönere Zukunft" - doch in Wahrheit setzt die Partei auf den Hass gegenüber Juden und Roma. So behauptet Vona etwa, er wolle mit seinem Parteiprogramm "diejenigen zum Rückzug zwingen, die Ungarn nicht als ihre Heimat und das Ungarntum nicht als ihre Nation betrachten". Jobbik macht kein Geheimnis daraus, dass Juden und Roma für sie nicht als Ungarn gelten. Gegebenenfalls treten sie in ihrem Programm auch für die "Segregation" von jungen Roma ein.

Hinter der Mordserie an Roma 2008/9 stecke seiner Meinung nach durchaus ein Plan der Geheimdienste, um einen Bürgerkrieg anzuzetteln. Da wird mutwillig eine Weltverschwörung gegen Ungarn herbeihalluziniert.
Ihren Aufschwung erlebte Jobbik, nachdem Vona 2007 die paramilitärische "Ungarische Garde" gründete. Die neonazistische Bürgerwehr wurde zwar 2009 gerichtlich verboten, paradiert jedoch weiterhin meistens ungestört von der Polizei in schwarzer, an die SA erinnernder Uniform durch Ungarn. Vor allem bei Roma verbreiten sie Angst und Schrecken.

Nun findet diese Partei einen Verbündeten in der Freiheitlichen Partei Österreichs.

(in gekürzter Fassung erschienen am 27.01.2010 in der Wiener Wochenzeitung externer LinkFalter)
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(1) Original Artikel: http://www.redok.de/content/view/1641/36/

Thursday, November 12, 2009

Anschläge auf Roma in Ungarn 2008–2009


In kaum anderthalb Jahren wurden insgesamt 19 Anschläge auf Roma verübt. Acht Menschen, darunter ein Junge von fünf Jahren starben und fünf weitere, darunter zwei Mädchen im Teenager-Alter erlitten lebensgefährliche Verletzungen. In einem Fall wurde ein rechtskräftiges Gerichtsurteil gefällt und der ethnische Hintergrund der Gewalttat ausdrücklich festgestellt. In vier weiteren Fällen wurden Täter festgenommen, allerdings wurden die für Totschlag verantwortlichen Täter – mit einer Ausnahme – nicht gefasst.

22. Januar 2008. Zwei Roma-Frauen wurden in Szigetvár von fünf Männern aus Barcs misshandelt. Das Komitatsgericht fand im April 2009 einige Jugendliche zwischen 19 und 24 Jahren der Gewalttätigkeit gegen Mitglieder einer ethnischen Gruppe schuldig, und verurteilte sie rechtskräftig zu Freiheitsstrafen davon einige auf Bewährung. Gyula M. wurde zu 1 Jahr Gefängnis auf 3 Jahre Bewährung, Máté J. zu 1 Jahr und 6 Monate Gefängnis auf 4 Jahre Bewährung, Zsolt S. zu 1 Jahr und 6 Monate, Roland M. zu 2 Jahre und 2 Monate, Balázs K. zu 2 Jahre und 6 Monate Gefängnis verurteilt.

1. März 2008. Das Haus eines Abgeordneten der Roma-Minderheitsselbstverwaltung von Kunmadaras wurde in Tiszaroff in Brand gesetzt, und die Wand mit schmähenden Aufschriften bemalt. Die Polizei ermittelt gegen Unbekannt.

15. März 2008. Ein Roma wurde in Tapolca in der Nähe eines Vergnügungslokals von zwei Jugendlichen zusammengeschlagen. Das 32-jährige Opfer wurde in lebensgefährlichem Zustand ins Krankenhaus gebracht. Nachdem die 17-jährigen Täter ihre Tat nur für ein „zweifelhaftes Vergnügen“ hielten, stellte die Staatsanwaltschaft keinen ethnischen Beweggrund fest, und qualifizierte die Straftat nicht als eine aus niederem Beweggründen begangen, sondern erhob Anklage wegen Körperverletzung mit lebensgefährlichem Ausgang.