“The world is a dangerous place to live in; not because of the people who are evil, but because of the people who don’t do anything about it.”
(Albert Einstein – refugee from Nazi Germany)

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Sunday, November 3, 2013

Radnóti Marsch 2013


5. Radnóti Menet, 2013 Budapest
Auch dieses Jahr organisieren Zivilisten wieder den mittlerweile traditionellen Radnóti Marsch in Budapest. Am 9. November wird der Ermordung des Dichters Miklós Radnóti im Jahre 1944 gedacht. Dieser Tag gilt auch als Internationaler Tag gegen Faschismus und Antisemitismus. Der diesjährige Marsch wird mit internationaler Beteiligung veranstaltet.

Zivile Antifaschisten: die Kohányi Gesellschaft und die Ungarische Antifaschistische Liga organisieren am 9. November 2013, dem Internationalen Tag gegen Faschismus und Antisemitismus, gleichzeitig aber auch dem vermutlichen Todestag des Dichters Miklós Radnóti – bereits zum fünften Mal – den Radnóti Marsch in Budapest, um an die Schreckenstaten der Nazis vor sieben Jahrzehnten zu erinnern, weiterhin den unschuldigen Opfern und denjenigen zu gedenken, die in jenen unmenschlichen Zeiten durch ihren Widerstand Menschen geblieben sind. Der über 16 Kilometer lange Marsch beginnt um 9:30 Uhr in der Parzelle 298 des Neuen Friedhofes (Új Köztemető). Mit der Wahl des Ausgangspunktes soll auf den skandalösen Zustand aufmerksam gemacht werden, dass dort der Staat Ungarn in mit öffentlichen Mitteln finanzierten Grabmahlen ehemalige Kriegsverbrecher ehrt und diese Gräber zu Pilgerstätten der Neo-Nazis geworden sind. Weitere Stationen des Marsches sind die Gedenktafel „Neues Warschau“ („Kis Varsó“), in der Népszinház Straße, die Gedenkstätte ungarischer jüdischer Arbeitsdienstler am Bethlen Gábor Platz und die Gedenktafel von Ferenc Koszorús in der Dohány Straße.

Die Marschteilnehmer werden die an die deportierte Opfer erinnernden, in der Nähe der Marschroute liegenden Stolpersteine reinigen. An den Stationen werden Reden gehalten, namhafte Künstler wie Róbert Garai und Júlia Zsolnai werden Gedichte vortragen. Zur gleichen Zeit werden Zivilisten am Grab Radnótis im Zentralfriedhof am Fiumei Weg, an der Gedenkstätte von Hanna Szenes im nach ihr benannten Park, an der Radnóti-Statue in der Nagymező Straße und am Mahnmal „Schuhe am Donauufer“ Kränze bzw. Blumen niederlegen. Der Marsch kann dieses Jahr die “Schuhe am Donauufer” leider nicht besuchen, da der Kossuth Platz, der durch das Regime wieder in den Zustand von 1944 rückgebaut wird, völlig umgegraben und eine einzige Baustelle ist. Die Schuhe sind zwar von der Kettenbrücke nach wie vor erreichbar, dieser Umweg würde jedoch den Marsch unvertretbar verlängern.

Die Endstation des Marsches befindet sich bei Radnótis ehemaliger Wohnung, im 13. Bezirk in der Pozsonyi Straße 1, wo die einstündige Schlussveranstaltung des ganztägigen Programms um 19 Uhr beginnt. Der diesjährige Marsch wird dadurch ein internationales Ereignis, dass daran auch eine Gruppe junger Deutscher teilnimmt. Man kann sich dem Marsch überall – auch für kürzere Strecken oder bei einer bestimmten Station – anschließen, bzw. sich für die Reinigung bestimmter Stolpersteine anmelden. An der Schlussveranstaltung heißen wir alle Antifaschisten willkommen: die Teilnehmer des Marsches, die freiwilligen Reiniger der Stolpersteine, diejenigen, die im Laufe des Tages das Mahnmal „Schuhe am Donauufer“ oder andere Gedenkstätten im Alleingang aufgesucht haben, oder einfach Leute, die mit ihrer Teilnahme am Gedenken ihrer Verurteilung von Faschismus, Antisemitismus sowie von jeglicher Form von Rassismus und sonstiger Ausgrenzung Ausdruck verleihen wollen.

Detaillierte Infos und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme sind auf der regelmäßig aktualisierten zentralen Webseite der Veranstaltung unter https://www.facebook.com/events/378660892267672/ erreichbar.

Die Kohányi-Gesellschaft ist eine Vereinigung der Leser des ungarsprachigen USA-Nachrichtenportals "Amerikai Népszava"
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Quellen:
(1) Gedenkaktion "Mahnwache und Stolpersteine putzen" http://www.9ternovember.de/index.php?option=com_eventtableedit&view=default&Itemid=123
(2) Zentrale Webseite des Radnóti Marsches 2013 https://www.facebook.com/events /378660892267672/
(3) Informationen über Radnóti Märsche in den vorherigen Jahren:
Auf Englisch: http://antifa-hungary.blogspot.hu/search/label/Radn%C3%B3ti%20March%28EN%29
Auf Ungarisch: http://antifa-hungary.blogspot.hu/search/label/Radn%C3%B3ti%20Menet

Thursday, August 1, 2013

Donauknie: ich schleiche mich entlang dem Ufer weg



Donauknie 2013(1)

Ein Photo aus der Vorkriegszeit, im Gedenkmuseum von Auschwitz-Birkenau. Eine ungarische Jüdin sonnt sich im Kreise ihren Lieben, am Donauknie. Schönes Bild, starke Frau mit ihrem Man und ihrem kleinen Kind.


Auf dem anderen Bild daneben, die gleiche Frau, nach der Befreiung aus dem Todeslager. Sie ist nackt, bis auf die Knochen abgemagert, mit riesigen, leeren Augen schaut sie in die Kamera.

Friedliche Atmosphäre knapp siebzig Jahren später, auch am Donauknie, an dem Flusslängen-km-Stein Nr. 1689, auf dem linken Ufer der Donau. Über den Fluss blickend, wird die Silhouette der Zitadelle von Visegrád, daneben der Aussichtsturm von Nagyvillám sichtbar.

Auf dem linken Ufer, bei Kismaros, sieht man noch einigen muskulösen Teilnehmer der vor kurzem hier stattgefundenen rechtsextremistischen Veranstaltung "Magyar Sziget". Der eine zeigt seinen Kumpanen stolz auf die Hände tätowierte SS-Zeichen, der andere trägt ein T-Shirt mit einem Hakenkreuz markierter, landender Luftwaffenmaschine. Leute, die mit Fahrräder ankommen, schauen sich um, sehen die Neonazis, schütteln den Kopf und gehen ins Wasser!

Das ist ein Skandal! - sagte ich und schlich mich entlang dem Ufer weg!

An dem schwimmenden Bootsteig wiegen sich Boote, in Wert von Millionen. Hier "Viktoria" und "Lucius", dort "Feuersturm". Auf der Terrasse des einen Hauses weht die Reichsflagge (Die Árpád-Streifen gehören hier schon zur Grundausstattung). Auf den Eingang zum Wasserhäuschen: "Arbeit macht frei!" - genau wie über dem Tor in Auschwitz!

Dies ist eine schmerzhafte Erinnerung an den Holocaust, an den sechsmillionenfachen  Mord! Diese Schrift ist kein verbotenes Symbol der gewalttätigen Unterdrückung, wie der rote Stern und Sichel und Hammer! Laut Grundgesetz § IX. "Die Ausübung der Meinungsfreiheit darf sich nicht gegen die Würde der ungarische Nation, nationale, ethnische, rassische, oder religiöse Gemeinschaften richten. Zu diesen Gemeinschaften gehörende Personen sind berechtigt, ihre Ansprüche wegen der Verletzung ihrer Menschenwürde vor Gericht geltend machen."

Diese, auf ihre deutschstämmigen Bürger so stolze Gemeinde konnte ja ihre Rechte nutzen!

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Quellen:  
(1) Übersetzung: Katalin Rostás. Originaltext auf Ungarisch: Duna-kanyar 2013, Népszava, 2013. július 31. 06:15 http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=666047

Die Reaktion eines ungarischen Bloggers auf diese Artikel: "Warum ausgerechnet ich?" http://evitae.wordpress.com/2013/08/02/miert-pont-en/ Eine Passage dieses Beitrages in deutscher Übersetzung:
„Diese, auf ihre deutschstämmigen Bürger so stolze Gemeinde konnte ja ihre Rechte nutzen!“– na ja. Fassen wir es an und schleppt es ab! Handeln? Warum ausgerechn et ich? Gefälligst eine andere. Nachdem ich hervorragend wegschlich, schreibe ich das alles schön auf (ganz besonders wenn ich dafür auch noch bezahlt werde); ich mache schöne Vorwürfe an andere – irgum-burgum!; ich folge den Rat des israelischen Botschafters Ilan Mor und erkläre: „genug ist genug!“. Damit habe ich mein bestes gegeben, ich wasche meine Hände in Unschuld, und grüß Gott.
Foto: http://hungarianspectrum.wordpress.com/2011/08/11/a-hungarian-nazi-group-the-army-of-outlaws-betyarsereg/
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Verwandte Beiträge:
"Kriegsrat ungarischer Neo-Nazis", http://antifa-hungary.blogspot.hu/2011/08/kriegsrat-ungarischer-neo-nazis.html

Tuesday, April 10, 2012

“Gottloser Kosmos”: Orbáns Oster-Interview mit katholischem Wochenblatt



Pusztaranger, 9. April 2012(1)


In einem aktuellen Oster-Interview mit dem katholischen Wochenblatt “Új Ember”(2) (Neuer Mensch) machte Viktor Orbán unter anderem die Aufklärung rückgängig.

Die wichtigsten Passagen des Interviews in Kürze, alles Zitate, Volltext unten:
  • “Entweder Europa wird christlich, oder es wird kein Europa geben.”
  • Europa leidet heute, weil es seine Wurzeln verloren hat.
  • Wir haben eine andere Auslegung, eine andere Auffassung von der europäischen Zivilisation und Kultur.
  • Die Finanzwelt, die den Staaten, die eine falsche Politik verfolgen, von Zeit zu Zeit Kredite gewährt, vertritt den Standpunkt von Maria Theresia. Sie hat gesagt: die Schafe müssen nicht geschlachtet, sondern geschoren werden. Um sie scheren zu können, muss man sie füttern. Leider bezieht sich das auch auf Ungarn, denn man (lies: Die Vorgängerregierungen) hat unsere Heimat brutal verschuldet. Dadurch sind wir in einer ausgelieferten Lage, denn unsere Kreditgeber sind daran interessiert, dass wir aus der Schuldenfalle nicht mehr herauskommen. Sie freuen sich, wenn wir ihnen über einen langen Zeitraum hinweg hohe Zinsen zahlen müssen.
  • Gegenwärtig führen wir 90 Prozent der von den ungarischen Menschen (Anm.: “magyar emberek”, von Jobbik geprägter Begriff, als Orbán noch von “den Menschen” und “den ungarischen Bürgern” sprach) eingezahlten Einkommenssteuern sofort ins Ausland ab, für die Zinsen der früher aufgenommenen Kredite. Diese enorme Summe ist der Profit unserer Kreditgeber, anstatt es zum Wohl der ungarischen Menschen zu verwenden. Das drängt viele in die Hoffnungslosigkeit.
  • Wenn wir versuchen, aus der Schuldenfalle mit Methoden herauszukommen, auf die auch andere Länder Lust bekommen könnten, dann werden die Interessen von großen wirtschaftlichen Gruppen verletzt.
  • (…) von der nationalen Denkweise und der Souveränität in die internationale und übernationale Richtung gehen muss. Dazu gehört, dass sie das im Zeichen der Schöpfung entstandene Familienmodell in eine für uns chaotisch scheinende Welt verschieben wollen. Anders gesagt: Sie verschieben die Ordnung des Glaubens, der Religion und der Schöpfung in Richtung Religionslosigkeit und wissenschaftlicher Weltauffassung – in Richtung des gottlosen Kosmos.
  • Viele meinen, dass die zwei Weltkriege nicht so sehr ein Kampf zwischen Nationalstaaten, sondern vielmehr Bürgerkriege innerhalb der christlichen Zivilisation waren. In Folge dessen haben wir uns ausbluten lassen, und können nicht Schritt halten mit den Zivilisationen, die uns umgeben. Die alte Ordnung hat sich aufgelöst, denn wir haben die Grundthesen der christlichen Zivilisation gebrochen. (Anm.: Praktisch identisch im Faz-Interview(3) vom 4.3..)
  • Die ungarische Angelegenheit ruft nicht zufällig in vielen Ländern Sympathie hervor. Es geht nämlich darum, welches Schicksal die Nationalstaaten in der Europäischen Union erwartet. Bleibt ihnen die Souveränität in wesentlichen Fragen erhalten? Wird die Bürokratie in Brüssel ihnen ihre Existenz zugestehen? Jetzt wird sich entscheiden, ob ein Land außerhalb der säkularisierten, familienfeindlichen und die Nation als überholt betrachtenden europäischen geistigen Bestrebungen weiter existieren darf, ob es seine Zukunft auf Interessen aufbauen darf, die im Gegensatz zu diesen Bestrebungen stehen. Ob es sein Grundgesetz auf seinen Interessen aufbauen darf. Kann man (Anm.: Brüssel) ihm das Recht dazu nehmen?”
Der Pusztaranger-Artikel(1) enthält eine Volltextübersetzung des Interviewtextes, der auf Ungarisch bislang noch nicht ins Netz gestellt wurde.

Weiter...
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Quellen:
(1) https://pusztaranger.wordpress.com/2012/04/09/gottloser-kosmos-orbans-oster-interview-mit-katholischem-wochenblatt/
(2) http://ujember.katolikus.hu/
(3) http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/viktor-orban-im-gespraech-es-gibt-ein-verborgenes-europa-11671291.html

Sunday, March 25, 2012

Antifa-Aktivisten entfernen Árpádflagge in Budapest


Wie die Tageszeitung Népszava(1) und der Blog Fotolexikon(2) berichten, hing am 15. März 2012, dem Nationaltag, die rechtsextreme rotweißgestreifte Árpádflagge neben der rotweißgrünen ungarischen Nationalflagge an einem Gebäude in Zúglo, dem 14. Distrikt von Budapest.
Árpád-stripes flag on a house in Zugló, Budapest(2)
Dies löste Diskussionen und Reaktionen auf Facebook aus. Die Journalistin Mónika Török ermutigte die Bürger des Distrikts, die Flagge zu entfernen, anstatt einfach abzuwarten. Die Reaktionen darauf fielen skeptisch und zurückhaltend aus, dennoch ließen Nazidrohungen für den Fall des Verschwindens der Fahne nicht auf sich warten. Einige User hatten moralische(!) Skrupel und schrieben: „Ihr Linken solltet verstehen, dass Widerstand bei uns noch nie eine große Sache war“. Da von lokalen Aktivisten nichts zu erwarten war, entfernten die Journalistin und einige ihrer Gefährten die Flagge eigenhändig und berichteten darüber(2,3) auf Facebook.

arpadsavos zászló leszerelése.MOV
http://youtu.be/nHRx5LjXyMU
Die Reaktionen darauf waren zumindest enttäuschend. Einige Kommentare drückten Anerkennung und Gratulationen aus, doch die meisten vor allem Sorge und Angst über mögliche Konsequenzen oder sogar Rache: „Oh mein Gott, was passiert jetzt?“, lautete ein Kommentar. Im Gegensatz dazu waren die Nazis nicht so schüchtern. Rasch erschienen ekelhafte Beleidigungen und Morddrohungen, darunter antisemitische Sprüche, wie: „Das Sommercamp Auschwitz wird wiedereröffnet werden, dann können sie soviel jammern, wie sie wollen. Tee-hee.“


Das ist Ungarn 2012, schloß János Dési, Autor des Artikels in der Népszava.
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Quellen:
(1) 26/03/2012, Dési János:
Szaknyilasok, ellenállók és az Árpád-sávos zászló,http://www.nepszava.hu/articles/article.php?id=533029
(2) 26/03/2012,
Szaknyilasok, ellenállók és az Árpád-sávos zászló: http://fotolexikon.blogspot.com/
(3)
https://www.youtube.com/watch?v=nHRx5LjXyMU
(4)
Árpád stripes, Wikipedia: http://en.wikipedia.org/wiki/%C3%81rp%C3%A1d_stripes  
     Árpád-Streifen
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Anmerkungen:

(a) Obwohl die Árpád-Streifen(4) jahrhundertealte historische Ursprünge haben, sind sie faschistisch konnotiert, da die ungarischen Pfeilkreuzler, die die Nazi-Marionettenregierung von Oktober 1944 bis April 1945 stellten, in den 1940ern eine ähnliches Symbol in ihrer Flagge benützten. Heute leugnen die ungarischen Neonazis die Beziehung zum Symbol der Pfeilkreuzler und behaupten, ihre sei verschieden. Aber die starke Ähnlichkeit ist unzweifelhaft und wohl nicht unabsichtlich. Jedenfalls werden die Árpád-Streifen (auf Flaggen oder anderem Material) heute ausschließlich von ungarischen Rechtsextremen bevorzugt benutzt
(b) Auf Youtube kann mensch unter dem Video einige sehr heftige Nazikommentare finden, allerdings auf ungarisch:

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Englisch Version: antifa-hungary: Antifa activists remove Árpád-stripes flag in Budapest, http://antifa-hungary.blogspot.com/2012/03/antifa-activists-remove-arpad-stripes.html

Sunday, March 4, 2012

Flucht aus einem Nazi-Land?



Der ungarische Schriftsteller Akos Kertesz hat wegen einer gegen ihn gerichteten Hetzkampagne um Asyl in Kanada angesucht. Der 79-jährige, jüdische Roman- und Drehbuchautor sei am 29. Februar mit seiner Ehefrau in Montreal eingetroffen, berichteten ungarische Medien am Sonntag unter Berufung auf ein Schreiben des Pressebüros von Kertesz.

Er habe dort den Flüchtlingsstatus beantragt, weil er infolge des medialen Kesseltreibens in seiner Heimat "physischen Belästigungen und Drohungen ausgesetzt war, auch tätlich insultiert und auf offener Straße angegriffen wurde und sein Leben in Gefahr sah", hieß es in dem Schreiben.
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Quellen:
(1) 04.03.2012, Schriftsteller Akos Kertesz bittet Kanada um Asyl: http://www.kleinezeitung.at/nachrichten/kultur/2962383/schriftsteller-akos-kertesz-bittet-kanada-um-asyl.story
(2) Wikipedia: Ákos Kertész, http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%81kos_Kert%C3%A9sz

Nazi Schriftsteller in der 1956-er Ehrenparzelle


Am 4. Februar 2012 verstarb der Schriftsteller und rechtsradikaler Politiker István Csurka(1), der 14 Tage später im Kerepescher Friedhof(2) in Budapest, in der Ehrenparzelle für die Helden der Revolution von 1956(3) beerdigt wurde. In diesem Zusammenhang veröffentlichte die Budapester Organisation der Imre-Nagy-Gesellschaft die folgende Erklärung:
Die Budapester Organisation der Imre-Nagy-Gesellschaft verurteilt die Beerdigung des die nazistische Denkweise der ehemaligen Pfeilkreuzlerpartei wieder erweckenden und dadurch berühmt-berüchtigt gewordenen István Csurka in der Parzelle für die Teilnehmer der Revolution von 1956 im Nationalen Friedhof.

Wir weisen die Lüge, auf die der Geist der Menschen auch durch diese Beerdigung gedrillt wird - nämlich dass die Revolution von 1956 hungaristische Züge gehabt hätte - entschieden zurück.

Wir machen die ungarische und internationale Öffentlichkeit darauf aufmerksam, dass die für Leiter der Pfeilkreuzlerpartei und nazistische Massenmörder im Nationalen Pantheon reservierten Ehrengrabstätten(4) die Moral und auch das Andenken der Revolutionäre von 1956 verletzen, sowie die Wiederbelebung ihrer Ideen hindern.

Im Namen der Imre-Nagy-Gesellschaft:
Dr. Ferenc Donáth, Vorsitzender
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Quellen:
(1) https://de.wikipedia.org/wiki/Istv%C3%A1n_Csurka
(2) https://de.wikipedia.org/wiki/Kerepesi_temet%C5%91
(3) https://hu.wikipedia.org/wiki/301-es_parcella (auf Ungarisch)
(4) http://298.nolblog.hu/ (auf Ungarisch)

Saturday, August 20, 2011

Nazi-Hymne bei der Kanu-WM


Die Übersetzung der MTI-Mitteilung, der Kommentar, sowie einige Quellenangaben wurden wortgleich übernommen vom
Pusztaranger (19/08/2011)(1)

19/08/2011, Ungarn, Szeged
Skandal bei Kanu-WM: Nazi-Hymne bei der Siegerehrung!

Auf den Triumph der Kajak-Stars Anne Knorr und Debora Niche bei der Kanu-WM in Szeged (Ungarn) folgte die böse Überraschung: Bei der Siegerehrung ertönte plötzlich die 1. Strophe des Deutschlandlieds(2). „Deutschland, Deutschland über alles” ist seit dem Missbrauch in der NS-Diktatur (1933 – 1945) nicht mehr Nationalhymne.
Bundestrainer Rainer Kießler im TV: „Ich bin entsetzt. Wir können das so nicht akzeptieren.”
Nach seinen Angaben habe Kießler zweimal die Hymne überprüfen wollen. Doch die ungarischen Veranstalter wiesen sein Angebot zurück. Begründung: Das Abspielgerät funktioniere nicht. (…)
(3)
Die ungarischen Veranstalter kolportieren das in den heimischen Medien anders; auf Anfrage der ungarischen Nachrichtenagentur erklärten sie, gemäß gängiger Praxis hätten alle teilnehmenden Länder ihre Nationalhymnen vorher überprüft, so auch die Deutschen, und hatten nichts beanstandet. Nichtsdestotrotz hätten sie sich bei den Deutschen für die Verwechslung entschuldigt.

(Man fragt sich doch, wo die ihre Tonträger hernehmen.)

Auch Kießlers Reaktion fällt in den ungarischen Medien anders aus:

„Es ist eine riesige Blamage für die Organisatoren, wir stehen der Sache mit Unverständnis gegenüber. Unsere Freude lassen wir uns dadurch aber nicht verderben.“

(Ungarische Nachrichtenagentur MTI, s. z.B. delmagyar.hu)(4)

Skandal Kanu WM 2011: Falsche (Nazi-) Hymne für deutsches Sieger-Duo:

http://youtu.be/kGIquloU6NU
Die Hymne, die die ungarischen Veranstalter jetzt in Szeged spielten, wurde auf den olympischen Spielen in Berlin gespielt. Daran ist auch gar nichts Überraschendes, Ungarn bewegt sich zu den 30-er Jahren zurück. Was würde Freud wohl sagen?(5)
Zweimal hat Kanu-Bundestrainer Rainer Kießler nach eigenen Angaben darum gebeten, die Nationalhymne vor der WM im ungarischen Szeged probehören zu können. Zweimal wurde seiner Bitte nicht entsprochen - und bei der Siegerehrung dann prompt die falsche Hymne eingespielt. Nicht unser Fehler, sagen die Organisatoren.(6)
Ausgerechnet beim einzigen deutschen Gold gab es auch noch eine dicke Panne der WM-Organisatoren. Während der Siegerehrung für Knorr und Niche ertönte die erste statt der dritten Strophe des Deutschlandliedes. „Deutschland, Deutschland über alles“ anstelle von „Einigkeit und Recht und Freiheit“ wurde zu Ehren des betreten blickenden Kajak-Zweierduos aus Leipzig und Berlin gespielt.(7)
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Quellen:
(1) pusztaranger, 19. August 2011: Nazi-Hymne bei der Kanu-WM – die ungarische Version, http://pusztaranger.wordpress.com/2011/08/19/nazi-hymne-bei-der-kanu-wm/
(2) Deutschlandlied, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Deutschlandlied
(3) bild.de, 19.08.2011 — 19:52 Uhr, Skandal bei Kanu-WM! Nazi-Hymne für deutsches Sieger-Duo, http://www.bild.de/sport/mehr-sport/kanurennsport/nazi-hymne-bei-wm-siegerehrung-19492860.bild.html
(4) delmagyar.hu, 19. August 2011: Sajnálatos blama Szegeden: a náci himnuszt játszották a németeknek (Bedauerliche Blamage in Szeged: die Nazi-Hymne wurde für die Deutschen gespielt), http://www.delmagyar.hu/szeged_hirek/sajnalatos_blama_szegeden_a_naci_himnuszt_jatszottak_a_nemeteknek/2235954/
(5) Amerika Népszava (Amerikanische Volksstimme, ungarischsprachige Wochenzeitung in der USA), 2011. augusztus 19. péntek 21:28: "A náci himnuszt játszották Szegeden" (Die Nazi-Hymne wurde in Szeged gespielt), http://nepszava.com/2011/08/magyarorszag/a-naci-himnuszt-jatszottak-szegeden.html
(6) n-tv.de, Freitag, 19. August 2011: "Deutschland, Deutschland über alles" Falsche Hymne erzürnt Kanuten, http://www.n-tv.de/sport/Falsche-Hymne-erzuernt-Kanuten-article4095341.html
(7) abendblatt.de, Christian Kunz, 19.08.2011, 22:00 Uhr: "Deutschland über alles" - Falsche Strophe bei Kanu-WM, http://www.abendblatt.de/sport/article1997825/Deutschland-ueber-alles-Falsche-Strophe-bei-Kanu-WM.html

Monday, August 15, 2011

Ungarns Großer Sprung nach vorn


Eine vollständige Übersetzung der eigenartigen Rede des ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán, die er am 24.7.2011. während der Sommerakademie Tusványos 2011 gehalten hat,(1,2) wurde am 8.8.2011. von Adam Majorosi (Stargarten) veröffentlicht .(3) Untenstehend im farbigen Feld übernehmen wir das ganze Dokument. Herr Majorosi publizierte am 10.8.2011. in seinem Blog auch eine kurze Analyse(4) der Ideologie der Fidesz-Partei im Lichte der Rede des Ministerpräsidenten mit der Überschrift Ungarns Großer Sprung nach vorn – eine klare Anspielung auf Orbáns besondere Beziehungen mit der VR China.

Saturday, August 13, 2011

In Ungarn entsteht ein autoritäres Regime


11.08.2011. World Socialist Web Site, Markus Salzmann:
Ungarns rechts-konservative Regierung unter Victor Orban hat ihre fast 15-monatige Amtszeit systematisch genutzt, um ein autoritäres Regime aufzubauen. Sie hat die Befugnisse der Justiz beschnitten, die Pressefreiheit eingeschränkt, Staatsapparat und Medien von kritischen Elementen gesäubert und eine Verfassung eingeführt, die an die Diktatur des Reichsverwesers Miklos Horthy erinnert.
Mehr: http://www.wsws.org/de/2011/aug2011/unga-a11.shtml
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Quelle:
World Socialist Web Site, http://www.wsws.org/de/

Thursday, August 11, 2011

Kriegsrat ungarischer Neo-Nazis


Verőce, Ungarn, 04. 08. 2011: Auf dem Neo-Nazi Festival Magyar Sziget fand eine Verhetzung verbunden mit einer öffentlicher Kriegsrat statt - und das ganz ungestört!

Zsolt Tyirityán, der Leiter des Betyárseregs (Betyarenheers), eines strategischen Verbündeten der Jobbik-Partei(1) sowie Zsolt Dér, ein Mitglied des Betyárseregs hielten einen Vortrag über die Guerilla-Kriegsführung am Donnerstag, den 4.8.2011 im Zelt des Szent Korona Rádiós (Radio Heilige Krone) auf dem Festival Magyar Sziget (Magyarische Insel), welches dieses Jahr bereits zum elften Mal durch die Jugendbewegung Hatvannégy Vármegye (64 Burgkomitate) organisiert wurde. Eine Auswahl aus dem Vortrag:(2)

Tuesday, August 2, 2011

Triumph des Brutalpopulisten


Alex Rühle
Süddeutsche Zeitung, 2. August 2011.
Ungarns Regierungschef entfernt sich von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Europa. Viktor Orbán beschneidet in atemberaubenden Tempo Kontrollinstanzen, reguliert die Presse, prüft Zwangsarbeit und Arbeitslager - die krisenüberforderte EU schaut zu.

Ist Brüssel derart beschäftigt mit der Rettung des Euro, dass andere Themen mittlerweile gar nicht mehr verhandelt werden können? Ist das kleine, randständige Ungarn zu unwichtig für die Agenda? Oder ist die EU einfach nicht gewappnet für Brutalpopulisten wie den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán? Das Schweigen, mit dem Europa Orbáns Politik quittiert, ist jedenfalls besorgniserregend.
Mehr...
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Quelle:
Alex Rühle: Triumph des Brutalpopulisten, Süddeutsche Zeitung, 2. August 2011. http://www.sueddeutsche.de/kultur/demontage-der-ungarischen-demokratie-der-brutalpopulist-macht-die-eu-schweigt-1.1126940

Friday, June 24, 2011

Sie kommt: Zwangsarbeit für Roma / Sozialhilfeempfänger


Pusztaranger, 23.06.2011.
In den nächsten drei Jahren sollen laut der ungarischen Regierung in Ungarn für 100000 Roma Arbeitsplätze geschaffen werden. Viele ungarische Roma leben von Sozialhilfe, besonders auf dem Land. Arbeitsfähige Sozialhilfeempfänger werden von der Orbán-Regierung als Ressource definiert, die im großen Umfang zur Senkung der Staatsverschuldung nutzbar zu machen ist. Die Regierung plant, die Auszahlung von Sozialhilfe ab Herbst und spätestens 2012 von „gemeinnütziger“ Arbeit bei infrastrukturellen Bauprojekten sowie in der Land- und Forstwirtschaft abhängig zu machen und die TeilnehmerInnen des sogenannten „gemeinnützigen“ Beschäftigungsprogramms an private Unternehmen auszuleihen.
Mehr...
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Quelle: http://pusztaranger.wordpress.com/2011/06/23/sie-kommt-zwangsarbeit-fur-roma-sozialhilfeempfanger/

Sunday, March 13, 2011

Iván Andrassews Appell


In einem dramatischen Appell1,2 – in einer fiktiven Festrede – wandte sich am 12. März 2011. Iván Andrassew, Journalist und Publizist der sozialdemokratischen Tageszeitung Népszava an Journalisten, Politiker und alle Demokraten der Welt. Mit Erlaubnis des Autoren veröffentlichen wir untenstehend die deutsche Version3 des Appells. Der Text wurde vom Autor ganz freigegeben; er bittet sogar um eine Verbreiterung des Appells mit allen möglichen elektronischen und konventionellen Mitteln.

Tuesday, March 8, 2011

Béla Tarr, ungarischer Regisseur


Das am 7.7.2011 im Tagesspiegel veröffentlichte und später vorübergehend gesperrte Interview mit dem ungarischen Filmemacher und Berlinare-Preisträger Béla Tarr über politische Verhältnisse in seiner Heimat wurde von der Redaktion wieder zugänglich gemacht.(1)
"Wie hat sich das kulturelle Klima in Ungarn verändert?

Bei uns passiert gerade, was man in Deutschland "Kulturkampf" nennt. Die Regierung hasst die Intellektuellen, weil sie liberal und oppositionell sind, sie beschimpft uns als Vaterlandsverräter. Agnes Heller werfen sie sogar vor, sie habe dem Staat Geld gestohlen. Dabei ist sie 81, sie weiß gar nicht, was Geld ist!"
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Quellen:
(1) Tagesspiegel Online,  07.03.2011 18:22, Béla Tarr, ungarischer Regisseur / "Die Regierung muss weg. Nicht ich" http://www.tagesspiegel.de/kultur/kino/berlinale/die-regierung-muss-weg-nicht-ich/3862646.html

Wednesday, February 16, 2011

Béla Tarr


"The Turin Horse": Ein Aufruf von Béla Tarr(1)
"Das erneute Aufkeimen nationalistischer Tendenzen in Ungarn stellt eine große Gefahr für die Diversität der ungarischen Kinolandschaft dar, die in Zukunft von den Entscheidungen einer einzigen Person abhängen soll. Im Januar haben Béla Tarr und weitere Filmemacher (darunter Miklós Jancsó, Márta Mészáros oder Kornél Mumdruczó) einen Protestbrief veröffentlicht, unterstützt von Künstlern aus unterschiedlichen Ländern. Béla Tarr, dem dieser Kampf sehr am Herzen liegt, spricht über die politische Lage in seinem Land, die er als Angriff auf die Demokratie versteht. Das Interview führte Bertrand Loutte."


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(1) Der Film des Tages - 15/02/11, http://www.arte.tv/de/film/Berlinale-2011/Die-Preistraeger-2011/3718008.html

Thursday, December 30, 2010

Bevor ich beginne zu lügen


Iván Andrassews fernes Tagebuch
30. Dezember 2010.(1)
Ungarisches Original: 19. Dezember 2010.(2)


Es sieht so aus, dass dies die letzte Sendung vor der Verabschiedung des neuen Mediendings ist; nun gut, nennen wir es jetzt – in Ermangelung eines besseren Ausdrucks – „Mediengesetz“. Es ist mir das letzte Mal möglich, frei und ohne Selbstdisziplin zu Ihnen zu sprechen. Demnächst werde ich mich wohl zurückhalten, weil ich der Gemeinschaft, der Redaktion und dem Medium, für das ich schreibe, spreche und redigiere, keinen Ärger bereiten möchte. Ich werde mich auch dann zurückhalten, wenn nicht nur Sie mich ermuntern, mich keine Sekunde zurückzuhalten, sondern auch meine Redakteurskollegen. Anfangs werde ich mich dafür schämen und mein Gewissen mit verschiedenen Erklärungen beruhigen: weil mir ein Gesetz im Rücken sitzt, in dem irgendwas steht, das schemenhaft formuliert ist, damit keiner weiß, was er sagen darf und was nicht. Also sage ich lieber nichts, denn selbst ein einziger Satz kann Millionen kosten. Vielleicht gerade so viel, wie Sie großzügigerweise gespendet haben, damit dieses Radio weiterarbeiten kann.

Natürlich werde ich, schlauer Fuchs, all meine Sprachfertigkeiten einsetzen und durch die Blume zu Ihnen sprechen; in diesem Blumenstrauß wird zwar meine Meinung und die Wahrheit enthalten sein, diese werden Sie aber nur mit einiger Anstrengung verstehen.

Man muss dann sehr aufmerksam sein, meinen Kommentar vielleicht im Internet noch einmal nachhören, damit die feinen Anspielungen verständlich werden. Praktische Erfahrung besitze ich genug, war ich ja schließlich bereits vor der Wende Journalist. Heute hilft mir die Technik, in erster Linie das Internet, von dem wir damals nicht einmal zu träumen wagten.

Bleibt nur noch die Frage, ob Sie bereit sind, am Samstagnachmittag oder am Sonntagvormittag den Schneebesen beiseite zu legen, das Auto anzuhalten oder aber Ihre Arbeit im Garten oder das Putzen in der Wohnung für die paar Minuten zu unterbrechen, wenn ich Sie um Ihre Aufmerksamkeit bitte. Es kann sein, dass Sie sagen, ich höre diesem feigen Mann nicht mehr zu, dem Mann, der immer an der Sache vorbeiredet, sondern schalte auf einen Musiksender um, z.B. aufs Petőfi-Radio. Zugegeben, dieses hat einen Chefredakteur, der Mitglied des Motorradfahrerclubs Goj Motorosok (Nicht-jüdische Motorradfahrer) ist, aber ich werde wenigstens nicht mit unverständlichen Begriffen genervt, denkt sich dann wohl der eine oder andere.

Wenn Sie mir dann Briefe schreiben, erkläre ich Ihnen, dass nicht ich feige bin, nicht ich habe Angst. Ich habe nicht Angst um mich, sondern um andere. Um andere, denn ich bin tapfer, gehorche aber auch einer Moral, und jeder der tapfer und moralisch ist, denkt immer an andere.

Es wird nur einige Monate dauern, bis ich mich daran gewöhnt habe, eine raffinierte Rhetorik anwende und nicht einmal zufällig die Wahrheit ausspreche. Die Wahrheit, von der ich denke, dass sie eine ist. Hoffentlich werden wir nie so weit kommen, dass das Klubrádió nicht mehr ein Sender der „Fakten und Meinungen“ ist. Denn aus der Nähe der Fakten werden wir von einer zentralisierten Medienmacht verbannt und von den Meinungen bleiben nur noch Anspielungen übrig. Nur Stimmen. Wörter. Sätze ohne Gewicht und Mark. Ein Walzer der Gedanken für leere Stunden.

Mag sein, dass Sie mitspielen. Mag sein, dass wir die Jagd nach Hintergründigem, den Tanz der Meinungen und das leere Gelaber sogar spannend finden.

Aber ich werde mich schämen. Und auch Sie werden sich schämen. Weil ich lüge und Sie meine Komplizen sind. Weil wir in einem solchen Land leben. In dem der Kampf ums Wesentliche selbst dem Tapfersten das Rückgrat bricht. Bei manchen einmal, bei anderen zweimal oder hundertmal. Wenn die neue Mediengesetzgebung trotz aller Warnungen und trotz des weltweiten Aufschreis wirklich in die Tat umgesetzt wird, dann werden wir uns, gezwungenermaßen zwar, aber dennoch einer albernen, dunklen Kraft beugen, was nicht nur ekelerregend, sondern auch traurig ist. Denn diese Kraft weiß nicht, was sie tut. Doch wir können den Menschen hinter der Kraft nicht mehr verzeihen, nur weil sie nicht wissen, was sie tun.

(Studio Sieben, Klubrádió(3))
übers. v. Magdalena Marsovszky
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Quellen:
(1) Bevor ich beginne zu lügen, Andrassew Iván távoli naplója, 30. Dezember 2010.
(2) Mielőtt hazudozni kezdek, Andrassew Iván távoli naplója, 19. Dezember 2010.
(3) Klubrádió

Tuesday, December 28, 2010

Demonstration gegen «Faschismus» in Moskau


Neue Luzerner Zeitung, 26. Dezember 2010.

Reaktion auf Ausschreitungen von Hooligans

Mehrere tausend Menschen haben in Moskau gegen ethnisch motivierte Ausschreitungen demonstriert, die Russland in den vergangenen Wochen erschüttert haben.

Mehrere tausend Menschen haben in Moskau gegen ethnisch motivierte Ausschreitungen demonstriert, die Russland in den vergangenen Wochen erschüttert haben. «Nein zum Faschismus» und «Faschisten bringen Russland Schande» war auf Transparenten zu lesen.

Weiter...

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Quelle: Neue Luzerner Zeitung, 26. Dezember 2010. http://www.luzernerzeitung.ch/nachrichten/politik/international/Demonstration-gegen-Faschismus-in-Moskau;art72,65000

Sunday, December 26, 2010

Országimázs 2010 - Hungary's Image 2010 - Ungarns Image 2010




No comment(1)



A magyar pusztában - In the Hungarian steppe - In der ungarischen Steppe
Oliver Schopf, Der Standard, 23. 12. 2010.(2)

A csikós Orbán kulacsa: Paul Lendvai "Eljátszott országom" című könyve.
The horse-herder Orbán's flask: Paul Lendvai's book "My squandered country".
Die Feldflasche des Tschikosch Orbáns: Paul Lendvais Buch "Mein verspieltes Land".

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Források - Sources - Quellen:
(1) http://www.facebook.com/pages/Egymillioan-a-magyar-sajtoszabadsagert/169854769717975#!/photo.php?fbid=176637745691382&set=o.169854769717975
(2) http://derstandard.at/1288659479380/Cartoon-Assange-in-Seenot?sap=2&_slideNumber=3&_seite=

Saturday, December 25, 2010

Internationale Pressestimmen des neuen ungarischen Mediengesetzes


Eine, für registrierte und eingeloggte Facebook-Benützer zugängliche Linksammlung,(1) die über die internationalen Pressestimmen des neuen ungarischen Mediengesetzes berichtet, wird editiert und ständig auf den neuesten Stand gebracht durch die Facebook-Gruppe "Szól a Rádió" und Gábor Hraskó:


Der Linksammlung wird mit etwas Verspätung auch an einer öffentlichen Webseite gefolgt:(2)


Wir bitten, diese Adressen zu verbreiten.
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Quellen:
(1) http://www.facebook.com/home.php?sk=group_148511385200890
(2) http://szabadsajto.com/

Friday, December 24, 2010

Das ungarische Mediengesetz


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Quelle: http://www.youtube.com/watch?v=n_034kxQC9Y